2025 Florida und Georgia im Mai

Von Florida nach Georgia und wieder zurück nach Florida

Tag 07 - Montag - 05.05.25 - Bonaventure Cemetery - Wormsloe Historical Site - Savannah

Guten Morgen,

 

Heute mal keine Frühstücksfotos, so toll ist es hier nicht, obwohl das Hotel auch zur Wyndhamgruppe gehört – also machen wir keine große Sache draus und setzen uns ins Auto, um zum Bonaventure Cemetery zu fahren.

Dieser ländliche Friedhof, auf einer malerischen Klippe des Wilmington River, liegt südöstlich der Innenstadt von Savannah.

 

Seit mehr als 150 Jahren ist dieser Ort ein weltberühmtes Touristenziel, unter anderem wegen der alten, von Bäumen gesäumten Straßen – ja es sind Straßen und keine Wege, wie man das aus D kennt. Außerdem sind viele bedeutende Persönlichkeiten hier begraben. Die erste Beerdigung auf dem Bonaventure-Friedhof fand 1846 statt.

 

In dem Roman von John Berendt (1994) “Midnight in the Garden of Good and Evil” der von Clint Eastwood verfilmt wurde, wurde der Bonaventure Cemetery erwähnt.

 

Er hat eine Fläche von 647,000 m2, das hätten wir mal vorher besser recherchieren sollen, dann hätte ich meine Wanderschuhe eingepackt. Über das riesige Ausmaß waren wir uns nicht so richtig bewußt, als wir nach längerer Parki-Suche draußen, den Friedhof betreten haben. Nach ca einer halben Stunde zu Fuß war uns klar, wieso es so wenige Parkplätze gibt – hier fährt man mit dem Auto die “Wege” entlang oder bucht eine geführte Trolley-Tour (ca. 40 US$ für etwa 2 Std pro Person), das hatten wir gelesen aber wollten es nicht, da man dann nicht dort halten und fotografieren kann, wenn es einen gerade interessiert. Wir wissen ja, dass die Einheimischen hier nicht unbedingt laufen, wenn es nicht sein muss und überall Wägelchen und Bähnchen fahren – nur so groß hätten wir uns das nicht vorgestellt.

Ich lasse jetzt die Fotos von dieser interessanten Begräbnisstätte sprechen, die eine ungeheuere Ruhe und Würde ausstrahlt, die nicht zuletzt durch die Erhabenheit der Eichen mit den hängenden Tillandsien zustande kommt. Sie wächst von allen Zweigen der Bäume von oben bis unten und hängt in silbergrauen Strängen herab. Das erzeugt, sobald sich die behangenen Zweige im Wind wiegen, einen feierlichen, eindrucksvollen Effekt.

W. Jones De Renne pflanzte die über 400 Eichen,
die uns dann gleich
in der Wormsloe Historic Site begegnen werden

Nicht weit von hier kommt man (mit dem Auto) zur Wormsloe State Historic Site.

 

Die Wormsloe Historic Site war einst das koloniale Anwesen des Zimmermanns Noble Jones, der 1733 mit James Oglethorpe nach Georgia kam und befindet sich seit Mitte der 1730er Jahre im Besitz derselben Familie.

 

Acht Generationen einer Familie haben das Anwesen verwaltet, und jede hat einen einzigartigen Beitrag zur Geschichte des Ortes geleistet. Der Urenkel von Noble Jones änderte seinen Namen in George Wymberley Jones De Renne (siehe Grabmal auf dem Bonaventure Cemetery) und begann mit der Veröffentlichung von Manuskripten. Sein Sohn W. Jones De Renne kehrte in den frühen 1890er Jahren von einem Aufenthalt in Europa zurück und ließ sich in Wormsloe nieder. Er pflanzte über 400 Eichen, die die malerische Oak Avenue säumen, und weihte einen Torbogen am Eingang des Anwesens ein. Sein Sohn W. Wormsloe de Renne öffnete das Anwesen 1927 für Besucher, um Geschäftseinbußen auszugleichen, und der Ort wurde zu einem beliebten Touristenziel.

Aus dem Flyer und von dem Guide des Shuttle, welches uns 1,3 Meilen vom Eingang durch die atemberaubende Eichenallee bringt erfahren wir noch viele Einzelheiten, auch dass etwa 40 acres (entspricht der Größe von 30 nebeneinander liegenden Fußballfeldern) sich noch immer im Besitz der Nachkommen von Noble Johnes befinden. Dieser Bereich ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, da es Privatbesitz ist. Dort würde man ein 1828 erbautes Haus und mehre Nebengebäude sehen können.

 

Das Fundament des Milchviehstalls und das Silo sind von der Oak Avenue aus sichtbar. 1910 begann der Molkereibetrieb das war die letzte größere landwirtschaftliche Nutzung von Wormsloe.

Diese wundervolle Eichenallee ist schon seit über 60 Jahren in Filmen zu sehen. Die jüngste Produktion, die hier gedreht wurde soll die Musical-Adaption von dem Film “Die Farbe Lila” aus 1985 sein, die 2023 in die Kinos kam. Die weitläufigen Sumpflandschaften und Wege des Waldes wurden ebenfalls im Laufe der Jahrzehnte für unterschiedliche Produktionen genutzt.

Das Bähnchen bringt uns durch die Eichenallee bis zum Haltepunkt am Museum. Von hier aus, kann man auf verschiedenen kleineren Wegen zu unterschiedlichen Zielen laufen. Wir steuern erst einmal die Tabby-Ruinen an und kommen nach einiger Zeit durch bewaldetes Gebiet dort an.

Noble Jones vollendete sein Haus im Jahr 1745. Für den sechsjährigen Bau des Hauses mischte er Kalk, Sand, Austernschalen und Wasser, um “Tabby” (eine Art Lehm) herzustellen. Es wurden jeweils mehr als 8.000 “Bushel” verbraucht - “Bushel” ist ein englisch-amerikanisches Hohlmaß. (1 Bushel = 36,368 Liter).

Faszinierend, und es gibt hier noch viel mehr Anlaufpunkte, wir lassen uns jedoch nach einiger Zeit des erkundens der Wege von dem Bähnchen, das in regelmäßigen Abständen am Museum hält ins Besucherzentrum zurückbringen und besuchen keine weiteren "Punkte" aus dem Flyer.

Wir wollen vor der Rückkehr ins Hotel, den Nachmittag in Savannah genießen und dort etwas essen gehen. Parken ist eine ganz spezielle Angelegenheit…. Es gibt außer in Park-Garagen, die Möglichkeit auf der Straße zu parken und aus einem Automaten ein Ticket für soundsoviel Stunden zu ziehen. Auf den zur Nutzung freigegebenen Parkflächen ist eine Nummer aufgemalt, die muss man in den Ticketautomaten eingeben …… und darauf achten, dass diese Parkfläche auch für den “heutigen” Wochentag beschildert ist, dafür steht dann ein Straßenschild mit roter Aufschrift am Straßenrand. Rolf ist mehrmals zwischen dem Automaten und unserem Mietwagen hin und hergelaufen, der Wochentag war richtig, die Nummer der Parkfläche noch eingeben und Ticket ziehen – hat prima geklappt.

 

Unser Auto steht jetzt mit einem gültigen Parkticket in der Drayton Street - Ecke East Orglethorpe Ave….

Jetzt können wir ganz gemütlich zur E Broughton St zum Sea Food Shack gehen. Wir haben wirklich günstig geparkt, durch ein paar Seitenstraßen kommen wir schneller an unser Ziel, wie gedacht. Aber zunächst wollen wir mal hier und dort in die Schaufenster schauen, andere Lokale ansehen und von den Gebäuden ein paar Fotos machen.

 

Anschließend flanieren wir auf der anderen Straßenseite zurück, Richtung Sea Food Shack. Ganz unscheinbar, liegt der Eingang unter einer Markiese, ein paar Leute suchen draußen gerade einen Platz und ich glaube, wenn wir es nicht im Internet recherchiert hätten und die guten Bewertungen uns dazu animiert haben hier hineinzugehen, wir hätten es bestimmt nicht ausgewählt. (Mon-Thu 11am–9pm - Fri-Sat 11am–10pm - Sun 12pm–9pm ) Heute ist Montag, passt wunderbar und die Speisekarte läßt für uns keine Wünsche übrig.

 

Das Olde Pink Haus ist zwar die erste Adresse hier in Savannah zum Essen gehen, aber wir haben uns aufgrund der Öffnungszeiten anders entschieden, denn heute ist wie gesagt Montag.

(Lunch: Tues-Sat, 11:00 - 2:30 - Dinner: Sun-Thurs, 5:00 -10:30 und Fri-Sat, 5:00 -11:00)

Uns schmeckt es hier im Sea Food Shack ganz hervorragend, man bekommt eine Karte mit an den Tisch, trifft seine Wahl, geht an den Tresen, gibt die Bestellung auf und bezahlt. Es dauert eine kleine Weile, in der man sich an einem Automaten selbst mit Getränken versorgt und dann kommt bereits das Essen. Heiß, knusprig, angenehm duftend…. Ein Genuß!

 

Wir haben uns beide je 3 Soft Tacos topped with Coleslaw and Fried Shrimp mit Shack Sauce bestellt. Dazu noch Hush Puppies und Pommes….. Hhhhhm so lecker!

 

Hush Puppies sind sind frittierte Maismehlklößchen eher Maisgriesklößchen (oder auch aus Weizen), ein typisches Gericht der südamerikanischen Küche und werden oft als Beilage serviert.

In dem – ich nenne es mal Lokal - sitzen auch noch andere Leute, die aufgrund ihrer Bestellung mit großen Serviertten und durchsichtigen Gummihandschuhen versorgt werden, denn sie haben sich ungeschälte Shrimps in allen Größen und Snow Crab Legs mit einer sehr roten Cajunsoße bestellt. Das nenne ich mal richtig fürsorglich, denn mit hellen Hosen und T-Shirts kann mal schnell ein Malheur passieren, was mit einer Serviette auf dem Schoß möglicherweise nicht aufzuhalten ist.

 

Nach dem Essen trödeln wir noch ein wenig durch die Straßen und fahren zurück ins Hotel.

Morgen fahren wir in ein Parkhaus und machen den Riverwalk unsicher.....

 

Gute Nacht !

Route :  Bonaventure Cemetery, Wormsloe Hist. Site, Savannah
Unterkunft :

 Baymont by Wynham Savannah / Garden City

 Main Street